Am 28. November, dem ersten Adventsonntag, wurde auf dem Platz vor der Othmarkirche ein Kerzenlabyrinth aufgebaut. Ca. 15 Helfer waren damit beschäftigt, 250 Kerzen zu entzünden und in Bechern auf die mit Kreide vorgezeichneten Linien zu stellen. Das Labyrinth hat einen Durchmesser von 10 Metern.
Die Besucher von Adveniat hatten die Gelegenheit, das Labyrinth zu durchwandern. Vor allem Kinder hatten Spaß daran, den Weg zur Mitte zu finden.
Ursprünglich war die Aktion schon für die Eröffnung von Adveniat am Samstag geplant, heftige Stürmböen warfen aber das bereits fertige Labyrinth um, die Kerzen wurden immer wieder ausgeblasen.

Kerzenlabyrinth, dahinter der romanische Karner
Ein Labyrinth ist eine geometrische Figur mit runder oder rechteckiger Begrenzung nach außen. Man betritt es durch eine kleine Öffnung und befindet sich auf einem Weg, der auf langen Umwegen und mit vielen Wendepunkten zur Mitte führt. Trotz seiner Unübersichtlichkeit führt dieser Weg unweigerlich zum Ziel. Dies unterscheidet das Labyrinth von einem Irrgarten. Doch zum Ziel gelangt nur, wer immer weitergeht, Wendepunkte annimmt und nicht die Geduld verliert.

Kerzenlabyrinth, vom Dachfenster der Othmarkirche aus gesehen
So ein Labyrinth kann ganz schön verwirren. Man denkt, man ist der Mitte nahe, aber dann wird die Entfernung wieder größer. Aber letztlich gelangt man ins Zentrum. Nun muss das Labyrinth auf demselben Weg verlassen werden; der Weg beginnt von neuem. (Manche Kerzenlabyrinthe, wie dieses vor der Othmarkirche, haben einen zweiten Ausgang.)

Kerzenlabyrinth, vom Dachfenster der Othmarkirche aus gesehen
Labyrinthe gibt es seit 5000 Jahren. Es waren immer besondere Orte, Tanzplätze oder Sternwarten, die den Menschen den Lauf des Jahres mit seinen Jahreszeiten und Festen seinen stets wiederkehrenden Rhythmus deutlich machten. Labyrinthe sind aber auch Orte, an denen man über seinen Lebensweg und seine Mitte und über sein Verhältnis zu Gott nachdenken kann.

Kerzenlabyrinth vor der Othmarkirche
In der Unterkirche wurde ein sternförmiges Labyrinth angelegt, dieses kann bei allen Adveniat-Veranstaltungen besichtigt werden. Auf einer Schautafel an der Wand sind kurze Texte zum Thema Labyrinth zu lesen.
Keiner ist so nahe, dass er nicht sehr weit weg kommen kann.
Keiner ist so weit weg, dass er nicht zur Mitte finden kann.
Nicht ein bestimmter Abschnitt des Weges ist ausschlaggebend,
sondern der ganze Weg - Nähe und Ferne, Anfang und Ende.
Nach einem Text von Wilhelm Müller

Sternförmiges Labyrinth in der Unterkirche
Weitere Informationen zu Labyrinthen: www.labyrinthe.at, www.das-labyrinth.at
aktualisiert am 07-Dez-2004
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