Advent - ein Neubeginn
Advent ist die Zeit des Wartens auf die Ankunft des Herrn und zugleich Beginn eines neuen Kirchenjahres. Verschiedene Personen spielen in dieser Heilsgeschichte eine Rolle. Wir könnten denken an den Wegbereiter Johannes den Täufer, wir können vor alle auch denken an das "Ja" Mariens aber auch an die Bereitschaft Josefs, auf seinen Traum zu hören.
Ein Aufruf ergeht aber auch an uns. Gleich am ersten Adventsonntag hören wir in einer Lesung: Unsere Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. Das fordert heraus nachzudenken. Das "Metanoiete" (in vielen deutschsprachigen Bibelausgaben "Kehrt um" übersetzt) bedeutet vielmehr ein "neu denken" oder "neu vernehmen"; besser könnten wir den Ruf Johannes des Täufers als Ruf zum Umdenken verstehen.
Nur ein Beispiel unter vielen: In den letzten zwei Jahrzehnten galt in Liberalismus in der Marktwirtschaft als die Errungenschaft schlechthin, die nicht in Frage zu stellen sei. Diese Vorstellung hat in den letzten Monaten erhebliche Dämpfer erlitten. Unsere Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. So will Advent eine Zeit sein, die zu Wachsamkeit aufruft.
"Gebt Gott die Ehre" las ich einmal auf sogenannten "Buttons", welche eine Gruppe von Menschen, mit denen ich einmal ein Flugzeug bestieg, trug. Ein gutes Wort für den Advent. Es gibt viele Menschen, die an unseren Türen klopfen. Werden wir unter Ihnen Jesus erkennen? Lassen wir uns ein auf die starke Botschaft der Schrift, mit der unser Tag gut beginnen kann, wenn wir unsere Trägheit überwinden, früh aufstehen und die Rorate-Messen mitfeiern - ein Neubeginn des Kirchenjahres ist zugleich eine Chance zum Neubeginn mit Gott.
Pfarrer Richard Posch
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