Ostern - Anfang von Kirche
Viel ist in den letzen Wochen und Monaten von Kirche die Rede gewesen in den Medien. Das fing an mit einer Bischofsernennung, die umstritten war, es ging weiter mit der Aufhebung einer Exkommunikation einer Gruppe von Bischöfen und Priestern, deren Auffassungen zu verschiedenen Themen nur von wenigen geteilt wird. Dann ging es um das Priesteramt in der katholischen Kirche und die Lebensform der Ehelosigkeit, welche im Laufe der Geschichte immer wieder in Frage gestellt wurde.
Zuletzt ging es um eine Afrikareise des Heiligen Vaters, von der in vielen westlichen Medien etwas einseitig berichtet wurde. Von einem Mitbruder, der als Priester in Afrika gewirkt hatte, erfuhr ich, dass der Glaube auf diesem Kontinent einen völlig anderen Stellenwert im Leben der einzelnen Menschen hat, als das in vielen Europäischen Ländern der Fall ist, die von einer Welle eines selbstbewusst auftretenden Säkularismus heimgesucht werden.
In der Osterzeit werden wir häufig mit den Lesungen aus der Apostelgeschichte konfrontiert und erfahren dabei, dass die Predigt der befreienden Osterbotschaft (das ist die Hauptaufgabe von Kirche!) immer wieder auf Widerstand stößt. "Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit" heißt es in einem Lied in unserem Gotteslob.
Bitten wir darum, dass die Botschaft vom Kreuz und der Auferweckung Jesu in uns stärkere Wurzeln schlagen möge, damit es uns gelingt, uns von uns selbst (und unseren "Sicherheiten") weg zu wagen zum Anderen hin in diesem weiten Horizont, der "Gott" heißt (frei nach Karl Rahner).
In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Osterfest!
Pfarrer Richard Posch
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