Donnerstag, 27. Jänner 2011
Die Fahrt mit dem "71er" vom Rennweg bis zum Leberberg im 11. Bezirk hat 21 Minuten gedauert
Wir steigen direkt vor der Kirche St. Benedikt, der jüngsten Pfarre der Diözese, aus. Gott sei Dank war die Kirche abgesperrt, denn dadurch läuteten wir im Pfarrhaus und der Herr Pfarrer, Carmine Rea, gebürtig in Neapel/Italien, öffnete uns und wir kamen in den Genuss einer spontanen, einstündigen, sehr interessante Kirchenführung mit Gespräch und Diskussion!
Er zeigte uns gleich die schöne neapolitanische Krippe mit original Figuren aus seiner Heimat. Bis zum 2. Februar bleibt sie stehen, der Gottesdienst zu Marie Lichtmess beginnt dann vor der Krippe, erzählt uns der Herr Pfarrer.
Im Kirchenraum des 1997 eingeweihten Gotteshauses erfahren wir, dass die architektonisch-ästhetische Lösung und liturgische Gestaltung nicht immer ganz in Einklang zu bringen sind.
Uns gefällt eine im Altarraum aufgestellte, im Jahre 2000 angefertigte Ikone besonders gut. Osterkerze und Ambo sind ebenfalls mit Ikonen-Motiven verziert, der Herr Pfarrer bestätigt unsere Vermutung, dass er Ikonen sehr schätzt! Er lädt uns zum gemeinsamen Gebet ein und wir singen den Engel des Herrn.
Wir stellen fest, dass Herr Pfarrer Carmine Rea fast alle unsere ehemaligen Kapläne in St. Othmar persönlich gut kennt!
Wir hören noch eine lustige Glockenanekdote:
Die evangelische Kirche befindet sich unmittelbar neben dem katholischen Pfarrzentrum und Kindergarten. Die Evangelische Glocke steht gut sichtbar an der Grundstücksgrenze. Immer wieder erhält der katholische Pfarrer Beschwerde-Mails über das zu frühe und zu laute Läuten am Sonntagmorgen, da Uneingeweihte die Glocke automatisch der katholischen Kirche zuordnen...
Die katholische Pfarre St. Benedikt (ein Patron Europas) hat natürlich auch Glocken, gleich drei an der Zahl, im Turm über dem Altar untergebracht, sind sie ebenfalls den Patronen Europas geweiht, der Hl. Brigitta, Cyrill und Method.
Nachdem wir einen Blick in die Sakristei und ins Pfarrzentrum geworfen haben, verabschieden wir uns. Dankbar und froh über die bereichernde Begegnung verlassen wir mit Freude im Herzen den Leberberg.
Mit dem "71er" fahren wir bis zum 1. Tor vom Zentralfriedhof und lassen uns als einzige Gäste in der besonderen Atmosphäre des Restaurant "Schloss Concordia" mit einem außergewöhnlichen Frühstück verwöhnen.
Text: Heidi Kolomaznik
aktualisiert am 28-Jan-2011
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