Gebet für Eine Welt (Quatembergebet)
am 27.03.2008 im Karner
diesmal besonders für den Weltfrieden


Vor dem Altar steht die Weltkugel im "Meer der Zeiten" einige Kerzen - Friedenslichter - sind schon entzündet.

Wir beginnen mit dem Lied: Singen wir das Lied vom Frieden

Wir stellen uns die Frage: "Wann ist es möglich friedvoll miteinander oder nebeneinander zu leben?"

  • Wenn mir der andere egal ist
  • Wenn der andere von mir nichts will
  • Wenn der andere mich nicht stört
  • Wenn ich dem anderen egal bin
  • Wenn ich vom anderen nichts will
  • Wenn ich den anderen nicht störe

Wir denken an die Begegnungen im Alltag. Unterschiedliche Lebensweisen und "Weltanschauungen" prallen aufeinander, Gewalt eskaliert - in den Kriegsgebieten - in den Unruhezonen - in den Schulen - in den Familien.

Diese Gewalt macht sprachlos - und es scheint, dass Eskalationen auch durch Sprachlosigkeit entstehen.

Wenn ich keine Argumente weiß -> schlage ich zu.
Wenn ich den anderen nicht verstehen kann oder will -> schlage ich zu
Wenn ich nicht zuhören kann oder will was der andere zu sagen hat -> schlage ich zu

Wir stellen uns weitere Fragen:

Quatembergebet 27.03.2008

Jeder hat seine eigenen Vorstellungen, die manchmal aufeinander prallen - jedoch werden wir dabei selten handgreiflich. - Nur wenn uns die Argumente fehlen oder wenn uns etwas emotional so aufwühlt - dass die Kommunikation nicht mehr ausreicht. Dann kommt es zur Eskalation. Wir möchten unsere Wut abladen. Wir zerschmettern/zerstören irgendetwas. Erst wenn wir uns persönlich angegriffen fühlen und uns nicht mehr zu helfen wissen - dann schlagen wir zu. "Notwehr" also.

Dieses Gefühl der "Notwehr" befreit uns von Schuldgefühlen. Wir können ja nichts dafür - eine anderer Person, Situation, Umstände hat uns gezwungen.

Aber das stimmt so nicht!
Jeder/Jede hat seinen/ihren eigenen freien Willen. Es ist aber nicht immer leicht - sich nicht von der Meinung anderer anstecken zu lassen. W. Ambros hat das im Lied "Der Hofer war´s vom 20er Haus" gut zum Punkt gebracht. Das Phänomen des Sündenbocks. Wenn viele sagen: "Der ist an allem Schuld", dann glaubt man es natürlich leichter. So funktioniert jede Propaganda. Je unterschwelliger sie ist, je mehr ich mich persönlich bedroht oder angegriffen fühle, um so eher bin ich bereit mich zu verteidigen: Notwehr - von wegen.

Wir hören eine Stelle aus dem Epheserbrief, von der Begegnung von unterschiedlichen Weltbildern und dem Schritt zu Versöhnung und Frieden (Die Einheit von Juden und Heiden in Christus: Eph 2,11-22):

Erinnert euch also, dass ihr einst Heiden wart und von denen, die äußerlich beschnitten sind, Unbeschnittene genannt wurdet.
Damals wart ihr von Christus getrennt, der Gemeinde Israels fremd und von dem Bund der Verheißung ausgeschlossen; ihr hattet keine Hoffnung und lebtet ohne Gott in der Welt.
Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen.
Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile (Juden und Heiden) und riss durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft nieder.
Er hob das Gesetz samt seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet.
Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und uns, den Nahen. Durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.
Ihr seid also jetzt nicht mehr Fremde ohne Bürgerrecht, sondern Mitbürger der Heiligen und Hausgenossen Gottes.
Ihr seid auf das Fundament der Apostel und Propheten gebaut; der Schlussstein ist Christus Jesus selbst.
Durch ihn wird der ganze Bau zusammengehalten und wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.
Durch ihn werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut.

Quatembergebet 27.03.2008

Impuls:

Manchmal irritiert mich das Verhalten von anderen Menschen. Da hilft es, mich mit diesem Menschen auseinanderzusetzen. Beim näheren Nachfragen bemerke ich, dass meine Einschätzung ein Vorurteil war. Jetzt verstehe ich, warum er/sie so reagiert hat. Da braucht es Mut diese Irritation auch anzusprechen. Wertschätzend und nicht verurteilend. Oft löst sich der Konflikt durch das Gespräch. Dem anderen wird bewusst, dass sein Verhalten so auf mich wirkt, oder mir wird bewusst, dass mein Verhalten der Auslöser für die Reaktion des anderen war.

Achtsamer Umgang mit Anschuldigungen, aufmerksames Hinterfragen der Fakten - das sind die Chancen, die wir täglich haben, um Gewalt zu vermeiden. Ich will versuchen, den Menschen hinter dem "Sündenbock" zu entdecken.

Wir singen das Lied: Hewenu schalom alechem "Wir bringen Frieden" und entzünden weitere Friedenslichter rund um die Weltkugel.

Danach sprechen wir gemeinsam:

Mut zum Frieden -
das wünsche ich dir, mir und allen,
die in Konflikte geraten
oder hineingezogen werden.
  Ich wünsche dir, mir und allen
Menschen Mut, dem anderen die Hand
zu reichen und ihm in die Augen zu
sehen und zu sagen: Ich höre dir zu!!

In den Fürbitten und beim Vater unser Gebet schließen wir alle Menschen weltweit mit ein. Zum Abschluss erbitten wir Gottes Segen für uns, unsere Angehörigen, die Menschen, die uns am Herzen liegen und die Menschen, die wir nicht so gerne mögen.

Text und Fotos: Andrea Coulon a.coulon@kabsi.at

Informationen zum Quatembergebet...
Informationen zur EINE-WELT-GRUPPE...


aktualisiert am 22-Dez-2007
Mitteilungen bitte an webmaster@othmar.at