Gebet für Eine Welt (Quatembergebet)
am 18.06.2009 im Karner


"Wenn wir auf Gott zugehen, unsere Aufmerksamkeit auf Gott ausrichten bleibt die Zeit stehen - Gott begegnet uns"

Wir haben in unserer Pfarre vor kurzem Erstkommunion und Firmung gefeiert. Die Kinder und Jugendlichen waren aufgeregt und haben sich auch lange auf ihre persönliche Begegnung mit Gott vorbereitet.

Auf unserer Homepage sind mir zwei Fotos besonders aufgefallen. Bei beiden Erstkommunionterminen sind die Gabenträgerinnen und Gabenträger in einem ganz besonderen Augenblick fotografiert. Es wirkt, als bliebe die Zeit stehen.


Erstkommunion
  • Die Kinder bringen vor Gott, was ihnen aufgetragen wurde.
  • Sie richten in diesem Augenblick ihre Aufmerksamkeit auf Gott.
  • Sie sind ganz da.
  • Da geschieht Gottesbegegnung: die Zeit steht scheinbar still - ein Hauch von Ewigkeit wird sichtbar und spürbar.

  • Sie tragen, was sie können (keine trägt alles allein) und was sie zu tragen bereit sind.
  • Sie haben sich festlich angezogen und geschmückt.
  • Sie bringen sich selbst mit: Ihre Persönlichkeit, ihr Lachen, ihre Aufmerksamkeit.
Erstkommunion

Wir singen das Lied: "Atme in uns, Heiliger Geist"

Wir hören eine Lesung aus dem Buch 1. Könige 19,9 -13 Elija begegnet Gott

Impuls:

Die Begegnung mit Gott erscheint immer sehr geheimnisvoll - ist es aber eigentlich nicht. Es ist wie die Begegnung mit einem Menschen, der liebt.

Die Begegnung mit Gott kann vielfältig sein.

Im Gebet, dem absichtlichen Dialog mit Gott - einem Gespräch vom Ich zum Du - konzentrieren wir uns oft auf das Sichtbare oder Hörbare. Manche Menschen haben Visionen. Manche hören Gottes Stimme so wie Paulus, Mose, Elija ...

Manche spüren Gottes Gegenwart. Es ist so, wie wenn jemand den Raum betritt, ohne, dass ich den Menschen hören oder sehen kann.

Gott begegnet uns in einer Situation, wo plötzlich alles funktioniert und keiner weiß so recht warum.
Immer wieder gibt es Begegnungen mit Menschen, die uns Kraft gibt und gut tut. Man sagt auch: Da war der Heilige Geist am Wirken.

Gott geht mit uns eine "Seilschaft" ein. Er knüpft ein Band, das seit dem Beginn unserer Existenz (schon vor der Geburt) bis über den Tod hinausreicht - bis ins ewige Leben. Dieses Band (Seil) ist manchmal straffer gespannt, manchmal lockerer. Meist nehmen wir Gott nicht wahr. Doch manchmal erkennen oder spüren wir seine Gegenwart und Kraft.

Diese Kraft, diese Begegnungen geben uns Freiheit. Aus dieser Freiheit können wir vieles bewirken. Die Projekte und Programme, die wir in Nigeria, Mexico und Südindien unterstützen wurden und werden von Menschen getragen, die ein Stück ihrer Freiheit anderen schenken. Die daran glauben, dass auch ein kleiner Tropfen etwas bewirkt - und wenn tatsächlich auch nur einem Menschen geholfen wird - ist das eigentlich schon wunderbar.

Wir genießen noch kurze Zeit der Stille, denken bewusst an Gottes Gegenwart und sprechen im Anschluss Dank und Fürbitten.

Beim gemeinsamen "Vater unser-Gebet" schließen wir alle Menschen auf unserer Welt mit ein und erbitten den Segen Gottes.

Text: Andrea Coulon a.coulon@kabsi.at
Fotos: Roland Dihanich

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aktualisiert am 21-Jun-2009
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