Gebet für Eine Welt (Quatembergebet)
am 17.12.2009 im Karner
Sehnsucht nach Ruhe - Heute ist uns der Heiland geboren: Christus der Herr
In unserer gar nicht stillen Adventzeit genießen wir auf einer warmen Isomatte sitzend, in Decken eingepackt, die ruhige Atmosphäre des winterlichen Kirchenberges im Karner.
Zur Einstimmung singen wir das Lied: "Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind".
Wir denken über die Sehnsucht nach Ruhe in dieser vorweihnachtlichen Zeit nach.
Andrea berichtet:
In einem Haus der Jesuiten in Linz habe ich das Ritual des Mittagsgebetes kennen gelernt.
Für 15 Minuten wird nimmt man sich eine "Auszeit", es wird innegehalten. Der bisherige Tag vor Gott hingelegt. Schweigend werden die Eindrücke des Tages zugelassen, ohne diese zu bewerten. Dabei entsteht Klarheit. Man merkt was gelungen ist, was nicht und kann Kraft schöpfen für den Rest des Tages.
Diese Übung fällt nicht immer leicht. Es ist nicht einfach, immer alles liegen zu lassen und die Arbeit zu unterbrechen.
So ist es auch immer wieder mit Weihnachten. Wir leben im Weihnachtstrubel im "Ach-für-den-brauche-ich-auch-noch-ein-Geschenk-Stress".
Innehalten und ruhig werden, das ist die Sehnsucht, die auch nicht so gläubige Menschen gerade in dieser Zeit spüren und brauchen.
Wir hören eine Stelle aus der Heiligen Schrift des Johannesevangeliums. Der Text ist sehr berührend. Es wird auf den Punkt gebracht, was die Geburt Jesu für uns bedeutet. Es ist sachlich und zugleich voller Empathie geschrieben, wirkt tröstlich, hoffnungsfroh, und ernüchternd und lässt wahrnehmen, wie sehr Gott versucht mit uns Kontakt aufzunehmen.
Wir sind eingeladen, Innezuhalten, die Gedanken kommen und gehen zu lassen. Einfach da zu sein.
Lesung Der Prolog: Joh 1,1-18
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
Im Anfang war es bei Gott.
Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.
Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
Johannes In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.
Impuls:
Jesus, das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Nicht nur nach Mödling, nach Österreich, oder nur zu den reichen oder armen Menschen. ER hat sich nicht nur einer Volksgruppe zugewandt, sondern ist für alle Menschen da. ER ist das wahre Licht, das JEDEN Menschen erleuchtet.
Gott hat uns seinen Sohn geschenkt. Er selbst kommt zur Welt, damit wir seine Liebe sehen, hören, begreifen können. Damit uns endlich das Licht aufgeht und wir sehen, was eigentlich im Leben zählt. Ganz persönlich. Für Jede und Jeden von uns. Der Sinn, die Hoffnung, die Liebe kam in die Welt. Halleluja!
Wir singen: Heute ist uns der Heiland geboren, Christus der Herr und können dabei schon heute die Weihnachtsfreude spüren, die innere Ruhe, die Gott uns schenkt.
In den Fürbitten bitten wir ganz persönlich um konkrete Anliegen, denken an Menschen die uns Nahe sind und an die Menschen der ganzen Welt.
Zum Abschluss beten wir das Vater-unser-Gebet und erbitten den Segen Gottes für alle Menschen, die uns etwas bedeuten und besonders auch für jene, mit denen wir schwer auskommen.
Text: Andrea Coulon a.coulon@kabsi.at
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aktualisiert am 21-Dez-2009
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