Gebet für Eine Welt (Quatembergebet)
am 18.3.2010 im Karner


Wir beginnen mit dem Lied: "Herr mache mich zum Werkzeug deines Friedens"

Schöpfungsverantwortung heißt: Gewalt erkennen, aufzeigen und versuchen einen gewaltlosen Weg zu gehen.

Die Präsenz von Gewalt gegen minderjährige Menschen in den Medien lässt mich erstarren. Gewalt in der Kirche, Gewalt in der Familie, Gewalt am Arbeitsplatz.

Ich fühle Ohnmacht, Wut, Fassungslosigkeit. Ich denke, dass ich mit so viel Leid gar nicht konfrontiert sein möchte. Wegschauen, ist eine erste Intuition. Das gleiche haben wahrscheinlich auch schon andere gedacht, sonst würde es nicht jetzt so viele Menschen geben, die sich als Opfer erkennen und bekennen.

Alle Anwesenden wurden von Andrea C. zu einem Experiment eingeladen.
Die Aufgabe war, innerhalb 1 Minute den linken Sitz-Nachbarn immer wieder zu schubsen.

Danach versuchten wir unsere Gefühle als "Opfer" und als "Täter zu beschreiben".

Wir stellten fest:

Im Anschluss reflektierten wir kurz unsere Erfahrungen und waren betroffen über unsere "Gewaltbereitschaft".


Allgemeine Gedanken zum Thema Gewalt:

Menschen die Gewalt ausüben, glauben mächtig zu sein. Jedoch handeln sie immer aus einer eigenen Machtlosigkeit heraus. Innere Unsicherheit und Sinnleere verführen zu Gewaltakten.

Die Tatsache, dass Täter manchmal frühere Opfer waren, zeigt, wie wichtig es ist, sich besonders um die Opfer von Gewalttaten zu kümmern, ihnen beizustehen und den Rücken zu stärken.

Gewalt

Sich als Opfer zu erkennen und auch zu bekennen braucht viel Kraft und Mut.

Vor einigen Jahren war es noch "normal", dass es eine "gesunde Watsche" gab. Gott sein Dank gab es ein Umdenken. Es wurde erkannt, dass Gewalt nur Gewalt erzeugt und eigentlich keine Lösung ist.

Gewalt

Menschenrechte wurden definiert, viele Staaten (leider nicht alle) haben sich dazu verpflichtet, diese auch einzuhalten. Die Würde jedes einzelnen Menschenlebens steht heute immer mehr im Mittelpunkt.

Jesus hat einen gewaltlosen Weg gewählt. Er zeigt uns, welche Möglichkeiten es gibt. Wir hören aus dem Matthäusevangelium die Seligpreisungen: Mt 5,3-9

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.

Gewalt

Im Anschluss überlegen wir, wie mein Schritt aus der Gewaltlosigkeit im Alltag aussehen könnte.

In den Fürbitten beten wir besonders für Opfer von Gewalt und Täter. Wir denken an Menschen, die gewaltlos leben und an alle, die uns schon Gutes getan haben.

Nach dem Vater-unser-Gebet erbitten wir den Segen Gottes für alle Menschen.

Text: Andrea Coulon a.coulon@kabsi.at

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aktualisiert am 21-Mar-2010
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