24. Mödlinger Orgelsommer 2007



Vorwort von Pfarrer Richard Posch

Pfarrer Richard Posch

Wach auf meine Seele! Wacht auf, Harfe und Saitenspiel! Ich will das Morgenrot wecken. Ich will dich vor den Völkern preisen, Herr, die vor den Nationen lobsingen (vgl. Ps. 57). Das Buch der Psalmen zeigt uns in seiner gebeteten Poesie die ganze Spannweite der Erfahrungen, die zu Gebet und Gesang vor Gott geworden sind. Trauer, Klage, Furcht, Hoffnung, Vertrauen, Dankbarkeit, Freude - das ganze Leben spiegelt sich darin, wie es sich im Dialog mit Gott entfaltet.

In der Kirchenmusik ereignet sich die "nüchterne Trunkenheit" des Glaubens - Trunkenheit, weil alle Möglichkeiten der bloßen Rationalität überschritten werden. Aber nüchtern bleibt dieser "Rausch", weil Christus und der Geist zusammengehören, weil diese trunkene Sprache doch ganz in der Zucht des Logos bleibt, in einer neuen Rationalität, die über alle Worte hinaus dem einen Urwort dient, das der Grund aller Vernunft ist.
So die Worte des Heiligen Vaters (damals noch Joseph Kardinal Ratzinger) zur Funktion der Kirchenmusik.

Jahr für Jahr, genauer gesagt Sommer für Sommer lädt die Pfarre St. Othmar abends in den Raum der Kirche ein, um die Königin der Instrumente (die Orgel) diese oben beschriebene Funktion ausüben zu lassen. So bin ich als Pfarrer all jenen engagierten Menschen zu großem Dank verpflichtet, die seit Jahren die Kirche an diesen Donnerstagabenden offenhalten, um ein Programm anzubieten, welches die Zuhörer in jene "nüchterne Trunkenheit" versetzen soll und ich wünsche ihnen auch Mut, diesen Weg, der auch Menschen anspricht, die man weniger in "normalen" Gottesdiensten sieht, fortzusetzen!

Pfarrer Richard Posch



aktualisiert am 24-Mai-2007
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