26. Mödlinger Orgelsommer 2009



4. Konzert: 17. September 2009, 20:00

Reinmar WOLF (Orgel)
und das Vokalensemble Audite / Mödling,
Ltg. Günther Mohaupt

Bericht in der NÖN...

Reinmar Wolf, Orgel

Mag. Reinmar WOLF, geboren 1962 in Mödling. Erste musikalische Ausbildung bei den Sängerknaben. Abgeschlossene Studien an der Musikuniversität Wien und an der Wirtschaftsuniversität.

1988 Unterrichtstätigkeit am Mödlinger Gymnasium, 1990 Musikschuldirektor (dzt. "Beethoven-Musikschule Mödling"), 1994 Regionalleiter des NÖ. Musikschulmanagements, 2001 Leitung des Festivals "Faszination Musik", 2002 Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Baden, 2004 Gastprofessur in Antwerpen.

Seit 1983 zahlreiche Konzerte und Festivalmitwirkungen im In- und Ausland, Rundfunksendungen und CD-Produktionen. Wolf versucht, die Orgel über das gängige Repertoire hinausgehend mit all ihren klanglichen Möglichkeiten zu präsentieren. Vielseitige Tätigkeiten auch in der Unterhaltungs- und Jazzmusik. Publikationen und wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Musik, u.a. Arrangements für die Schülerbandpraxis (Schott - Mainz), Bolero pour des Enfants - Bolero for Kids (Ed. Durand - Paris), Beethovens Hammerflügel (Schriftenreihe Medelike des Bezirksmuseums), Strukturelle Probleme des NÖ. Musikschulwesens (NMW-Jahrbuch), Die Liebe in der Musik (ORF-Sendereihe, Landesstudio Tirol), Musikstadt Mödling (Festschrift), Musik-Redakteur.

CD-Produktionen (auszugsweise):
Titel der CD Beschreibung
Orgelmusik aus St. Othmar Mussorgskij - Bilder einer Ausstellung, Bach - Passacaglia, Mozart - Andante für eine Flötenuhr, Vierne - Carillon
Symphonia Trompete, Posaune und Orgel: Rott - Symphonie E-Dur, Mozart - Zauberflöte, Mancusi, Planel, u.a. (Hofbauer/ Wolf/ Slepicka)
Trumpets in Concert 3 Trompeten, Orgel & Schlagwerk: Bach - Air, Widor - Toccata, Mussorgskij - Bilder einer Ausstellung, Britten - Fanfare u.a.
Broadway - Jazzquintett live Swingendes von Gershwin, Porter, Ellington, Vogel u.a. (R. Wolf, p / J. Hofbauer, tp / J. Vogel, dr / Stephan Pokorny, sax / Christoph Petschina, b)
Broadway - Tanzmusik vom Feinsten Standard- und Lateinamerikanische Tänze für Ihre Tanzveranstaltung
Ensemble Musicolore - Cross Over Saint Saens - Karneval der Tiere, Mancini - Pink Panther, Telemann - Triosonate, Leenhouts - Big Baboon, Mozart - Don Giovanni
Musik für festliche Anlässe (Geburtstag, Hochzeit, Eröffnung...) Webber - I don´t know how to love him, Armstrong - Wonderful World, Bach - Ave Maria und Air, Purcell - Trumpet Voluntary, Hochzeitsmärsche, Gospels u.a.

Günther Mohaupt

Günther Mohaupt, geboren 1968 in Wien. Kompositionsunterricht bei Heinz Kratochwil, Wolfram Wagner und Konrad Musalek. Gewinner des Kompositionswettbewerbes Weidling 2001 (INÖK und Chor Weidling). Auftragskompositionen für die Wiener Hofburg (Eurotag der Senioren / 2001) Magna racino (2009), Assisi (2010), diverse Chöre und Schulen.

Gründungsobmann des Veranstaltungsvereines AUDITE - Freunde der Musik (Interessensgemeinschaft von KomponistInnen in Mödling) seit 1998. Chorleiter des "Vocal Ensemble Mödling" seit 1999. Chorleiter des "ArtEnsemble" seit 2007. Festivalchorleiter Steyr seit 2008. Stellvertretender Chorchef des Wiener Männergesangvereins seit 2007. Lehrer und Musikkoordinator an der Musikhauptschule Gumpoldskirchen (Musik, Ensemble, Chor, Klavier, Deutsch). Gründer von "dissimo" (künstlerische Veranstaltungen verschiedenster Art für Kinder von und mit Sabine Dissauer-Mohaupt und Günther Mohaupt).


PROGRAMM

Günther Mohaupt(*1968): Anfang (2009, Uraufführung)

Günther Mohaupt komponierte dieses Werk speziell für den MÖDLINGER ORGELSOMMER 2009 unter Rücksichtnahme auf die akustischen Verhältnisse in St.Othmar. Besonders interessant wirkt das gemeinsame Musizieren auf große Distanz (Altarraum + Orgelempore). Die Texte stammen (frei zusammengestellt) aus der Schöpfungsgeschichte (Genesis 2, 4b-25), entstanden wahrscheinlich während der sog. Babylonischen Gefangenschaft des Volkes Israel, sind also ca. 2.550 Jahre alt.

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750): Präludium und Fuge, e-Moll, BWV 548

Das Präludium besteht aus drei sehr melodiösen, deutlich unterschiedlichen Teilen und ist aufgebaut wie ein Concerto Grosso. Auch das chromatisch auseinander strebende Fugenthema ist sehr einprägsam und ähnelt in seiner absteigenden Chromatik dem Crucifixus aus Bachs h-Moll-Messe. Dieses Thema hat Bach seiner eigenen Kantate "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" abgeschaut. Heute würde man sagen: eine "Coverversion". Der Musikhistoriker Philipp Spitta schrieb: "Man müsste die Komposition eher eine zweisätzige Orgelsinfonie nennen, um unserer Zeit eine richtige Vorstellung von ihrer Größe und Gewalt nahe zu legen."

Günther Mohaupt (*1968): Nebel (Chorstück a capella, 2009, Uraufführung)

"Gebrauchsanweisung" des Komponisten: Der Text stammt noch aus meiner Schulzeit. Er lag seit langem in der Lade "Alles Mögliche". Er fiel mir zufällig in die Hand, und ich dachte, er passt genau zu diesem Programm. So habe ich ihn kurzerhand vertont. "Trotz aller Orientierungslosigkeit gibt es immer einen Weg, ein Ziel ... Licht."

Justin Heinrich Knecht (1752 - 1817): Thema mit Variationen (scherzando)

Knechts Variationen eignen sich wunderbar, um die unterschiedlichen Klangfarben der Truhenorgel im Altarraum zu zeigen - beschwingt und humoristisch. Die mechanische Orgel hat 3 Register (8´, 4´, 2´) und wurde nach einem Konzept von R. Wolf in Bayern vom Orgelbauer Georg Weishaupt gebaut. Das Instrument ("Cäcilia") ist leicht zu zerlegen und zu transportieren.

Wolfgang Mohaupt (*1976): Wie die Sonne (Chorstück a capella)

"Wie die Sonne" stammt aus "Rehäuglein" (Kammersinfonische Ballade) und ist ursprünglich für Soli, Chor, Klavier und Streichorchester komponiert. Die a capella - Chorversion wurde 1998 in Mödling uraufgeführt: "Distanz erzeugt Distanz, sollte man meinen. Es gibt jedoch Dinge, die wie die Sonne auch dann leuchten, wenn sie sich dem direkten Anblick entziehen."

Elton John (*1944) / Bernie Taupin (*1950): Sorry seems to be the hardest word

Die harmonische Inspiration zu diesem Song holte sich Elton John aus Bachs Choral "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen".

Johann Sebastian Bach (1685 - 1750): Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen, BWV 12

Bach komponierte diese Kantate 1714 in Weimar, am gleichen Ort wie später Liszt seine Orgel-Variationen. Die chromatisch abwärts strebende Melodie stammt aus einem schmerzvollen Liebeslied von Antonio Vivaldi, der Text wie viele von Bachs Kantatentexten von Salomon Franck.

Franz Liszt (1811 - 1886): Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen

Variationen über den Basso Continuo der Kantate "Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen" (BWV 12) und das Crucifixus aus der Messe h-Moll (BWV 232) von Johann Sebastian Bach. Für Liszt war diese Komposition nach dem Tod von Sohn und Tochter, sowie nach musikalischen und privaten Misserfolgen in Weimar wohl eine Art Trauerarbeit. Eine depressiv-traurige Stimmung zeigt sich in unendlichen chromatischen Seufzer-Motiven und einigen wenigen verzweifelten Schreien. Sehnsüchtig erwarten wir die Erkenntnis von Gottes Größe und Gerechtigkeit, die musikalische Erlösung im Schlusschoral "Was Gott tut das ist wohlgetan" (wie in Bachs Kantate).



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aktualisiert am 01-Oct-2009
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