GR Pfarrer Gottfried Klima
Priester aus Mödling

Silbernes Priesterjubiläum - Gottfried Klima

Am 1. Oktober 2006 feierte GR Mag. Gottfried Klima sein Silbernes Priesterjubiläum im Rahmen der 10 Uhr Messe in der Othmarkirche.

Gottfried Klima ist in unserer Pfarre St. Othmar aufgewachsen und hat hier seine ersten Schritte ins kirchliche Leben gemacht: er wurde hier getauft, war Ministrant und Kantor. Relativ früh hat er hier den Ruf Gottes gespürt - nicht spektakulär, sondern einfach fasziniert von Jesus Christus und der Kirche. Schließlich hat er hier vor mehr als 25 Jahren seine Primiz gefeiert.

Im folgenden einige persönliche Worte (Auszüge aus der Predigt), die Gottfried Klima im Rahmen des Festgottesdienstes an die mitfeiernde Gemeinde gerichtet hat:


Ein Satz aus dem heutigen Evangelium (Mk 9, 38-43.45.47-48) hat mich angeregt und passt für mich auch zu Jubiläum:

Jesus sagte: Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.

Es ist ja nicht immer einfach, Priester zu sein - was ist denn auch schon immer einfach. Als Priester wird eine Fülle von Anforderungen und von Erwartungen an einen herangetragen. Klarerweise ist es unmöglich dem allen zu entsprechen. Doch wahrzunehmen, dass es diese Fülle von Anforderungen und Erwartungen an einen gibt, kann einen ganz schön unter Druck bringen.

Diese Erfahrung und das Wort Jesu vom Becher Wasser hat mich angeregt zu der Frage:
Was ist der Becher Wasser, der mir von Menschen gegeben wird, damit ich als Priester leben kann, auch mit all den Erwartungen im Hinterkopf und gleichzeitig mit dem Wissen: du kannst diesen Erwartungen sicher nie ganz entsprechen?
Oder: Was brauche ich, um als Priester leben zu können?
Was hat mir geholfen, dass ich nach 25 Jahren noch Priester bin und es auch gerne bin?

Am meisten wohl, dass ich in allen Pfarrgemeinden, in denen ich tätig war und bin, gemerkt habe, da gibt es Menschen, die sich bemühen, den Glauben an Jesus Christus zu leben. Sie zeigen mir, ich bin nicht allein auf diesem Weg:
- Menschen die beten
- Sich engagieren für die Kirche
- Sich fragen: was heißt das Wort Gottes konkret für mich heute
- Sich aus dem Glauben heraus für ihre Mitmenschen sozial einsetzen

Noch einen Gedanken dazu aus der 1. Lesung (Num 11, 25-29). Hier finde ich etwas von meiner eigenen Erfahrung wieder, die ich vor allem auch hier in meiner Heimatgemeinde St. Othmar gemacht habe und die auch meine Erfahrung von Kirche stark geprägt hat.
In der Vorgeschichte unseres Lesungstextes murrt das Volk - wieder einmal: es gibt nur Manna, kein Fleisch.

Mose sagte zum Herrn: Ich kann dieses ganze Volk nicht allein tragen, es ist mir zu schwer.
Da sprach der Herr zu Mose: Versammle siebzig von den Ältesten Israels vor mir, Männer, die du als Älteste des Volkes und Listenführer kennst; bring sie zum Offenbarungszelt! Dort sollen sie sich mit dir zusammen aufstellen.
Dann komme ich herab und rede dort mit dir. Ich nehme etwas von dem Geist, der auf dir ruht, und lege ihn auf sie. So können sie mit dir zusammen an der Last des Volkes tragen und du musst sie nicht mehr allein tragen.

Mose kann die Last des Volkes nicht allein tragen, anders gesagt: er kann nicht alles machen, er braucht Helfer - nicht nur einen oder zwei - siebzig, also eine ganze Menge.

Das habe ich als Jugendlicher erlebt: Es braucht viele, die bereit sind, sich für Kirche, Gott zu engagieren - dann wird es lebendig.

Konkret hat das bei mir geheißen: Ich bin gebraucht. Als Ministrant, Liederblätter schreiben und vervielfältigen, als Gruppenleiter, Kantor.

Ich bin gebraucht, hat auch geheißen: man kann mich brauchen, ich bin brauchbar. Und schließlich: Gott, die Kirche braucht mich.

Diese Erfahrung ist ein Mosaikstein in meiner Berufungsgeschichte, ist nicht meine ganze Berufungsgeschichte und auch nicht besonders spektakulär, aber ein nicht unwichtiger Punkt.

Und von daher lebt auch mein Bild, meine Vision von Pfarrgemeinde. Das drückt sich aus im Wunsch des Mose: wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte!
Mein Bild: viele tragen mit in einer Pfarrgemeinde, in unterschiedlicher Art, weil es unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Begabungen, Charismen gibt.

Wie gesagt: hier in der Pfarrgemeinde von St. Othmar ist dieses Kirchenbild in mir grundgelegt worden.
Dafür bin ich auch heute noch dankbar!

Gottfried Klima


Das Fest wurde auf dem Kirchenplatz mit einer Agape abgeschlossen, die Heidi Wimmer vorbereitet hatte.
Fotos: Josef Schubert

Silbernes Priesterjubiläum - Gottfried Klima

Silbernes Priesterjubiläum - Gottfried Klima

Silbernes Priesterjubiläum - Gottfried Klima

Silbernes Priesterjubiläum - Gottfried Klima

Silbernes Priesterjubiläum - Gottfried Klima


aktualisiert am 31-Mär-2007
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