P. Michael (Manfred) Weiss OCist
Priester aus Mödling


Pater Michael Weiss OCist (Persönliche Vorstellung 2007)
Ich weiß nicht, wie soll ich beginnen. Am besten am Anfang.
1970 wurde ich in Mödling geboren und auf den Namen Manfred in der Pfarrkirche St. Othmar getauft. Die meiste Zeit meiner Kindheit verbrachte ich in der "Waldrast Krauste Linde" am Anninger, vor allem nach 1977 wo meine Mutter das Geschäft von meinem Großvater übernommen hat. Gewohnt haben wir zwar in Mödling, dort bin ich natürlich auch in die Schule gegangen, aber sonst waren wir immer den ganzen Tag im Wald und haben auch schon als Kinder dort mitgeholfen.

Meine erste wirkliche nähere Berührung mit der Pfarre war im Rahmen meiner Erstkommunion im Jahre 1978. Ich besuchte damals die Karl Stingl Volksschule in der Pfandlbrunngasse. Mein Religionslehrer war damals Wolfgang Schwarz der als Neupriester Kaplan in der Pfarre war.
Zusammen mit der Religionslehrerin der 1. Klasse (die wir auch in der 3. und 4. Volkschulklasse in Religion hatten) Frau Helene May - mit beiden bin ich heute noch in Kontakt - legte er wohl den Grundstein oder weckte zumindest das Interesse dafür, was ich heute bin.

Nach der Erstkommunion begann ich deshalb zu ministrieren und besuchte die Jungschar. In besonderer Erinnerung bleiben mir da natürlich die Sommerlager und später auch die Ministrantenlager (meist vor Ostern).
Als Ministrant faszinierte mich immer schon die schön gestaltete Liturgie, vor allem der Festtage zu Weihnachten und vor allem auch Ostern. Oft zehre ich heute noch davon. Und ich denke, dass uns unser Pfarrer Wilhelm Müller, das Geheimnis dieser Feste wirklich näher gebracht hat.
In Erinnerung blieben mir als Ministrant auch die Primiz von Gottfried Klima in Mödling und die ersten Heimatbesuche des damaligen Neo-Zisterziensers P. Maximilian Krausgruber.

Dankbar bin ich aber auch den vielen Kaplänen (oftmals Neupriester) die nach Mödling gekommen sind und die immer neu mein Interesse, selbst einen geistlichen Weg einzuschlagen, wahrscheinlich oft unbewusst, unterstützt und gefördert haben.

Mein Ministrantendienst war unter dem Jahr und in den Ferien auch unter der Woche, bedingt durch den Beruf meiner Mutter, auf die Spitalskirche beschränkt, die mir eine wirkliche Heimat geworden ist. An den Feiertagen dann natürlich die Othmarkirche.

Nach der Volksschule besuchte ich ein Jahr lang das Gymnasium in der Bachgasse und wechselte dann in das Knabenseminar der Erzdiözese Wien Sachsenbrunn in Kirchberg/Wechsel, wo ich 1989 maturierte. Dadurch bedingt, war es mir natürlich nur mehr in den Ferien und alle 3 Wochen an den Heimfahrwochenenden, möglich, am Pfarrleben in Mödling teilzunehmen. Aber trotzdem riss der Faden zur Pfarre und zu den Geistlichen die in ihr wirkten, bzw. auch zu den Gläubigen (vor allem in der Spitalskirche) nie ab.

Mit dem Maturazeugnis in der Hand galt es nun zu überlegen: "Was mache ich jetzt damit" - Im Gespräch mit einer Nachbarin kam mir dann in Erinnerung, dass ich ja bereits in der 6. und 7. Klasse Gymnasium mit einigen meiner Mitschüler eine Klosterwoche ("Kloster auf Zeit) im Stift Heiligenkreuz verbracht hatte...und meine Gesprächspartnerin ermutigte mich, doch vielleicht wieder Kontakt mit jemanden dort aufzunehmen. Und so geschah es, dass ich ab Herbst 1989 ein Jahr als Kandidat im Stift mitleben durfte und dann am 15. August 1990 als Novize mit dem Ordensnamen Michael in die Klösterliche Gemeinschaft aufgenommen wurde.

Mein Studium begann ich dann ein Jahr später, nach meiner zeitlichen Profess, an der hauseigenen Phil.-Theol. Hochschule in Heiligenkreuz. Während meines Studiums war ich unter anderem als Sakristan und Kantor im Stift tätig. Am 15. August 1994 (ein Jahr in dem 3 meiner Großeltern starben) legte ich dann die Feierliche Profess ab und band mich so für mein ganzes Leben an die klösterliche Gemeinschaft der Zisterzienser in Heiligenkreuz.
Am 14. Juni 1996 wurde ich dann in Heiligenkreuz von Erzbischof Christoph Schönborn zum Diakon geweiht und am 1. Mai 1998 zum Priester. Am 2. Mai durfte ich dann im Rahmen der Vorabendmesse meine Primiz in der Heimatpfarre St. Othmar in Mödling feiern und am Sonntag im Rahmen der 7.30 Uhr Messe in der Spitalskirche. Primizprediger war bei meiner Primiz am Samstag Dr. Wolfgang Schwarz und am Sonntag mein Mitbruder aus Heiligenkreuz P. Dominicus Trojahn OCist.

Meine erste pastorale Tätigkeit führte mich schon als Diakon und dann auch als Kaplan in die Pfarre Heiligenkreuz wo ich dann auch in der Volksschule Religion unterrichtete und vor allem auch für die Kinder/ Ministranten/ Erstkommunion in der Pfarre zuständig war. Dazu war ich auch Kirchenrektor der Filialkirche Grub im Wienerwald und durfte dort meine ersten ganz selbständigen Schritte als Seelsorger machen. Hier denke ich an und danke meinem ersten Chef, meinem ersten Pfarrer, dem jetzigen Bischofsvikar P. Amadeus Hörschläger OCist der mich hierin wirklich gut unterstützt hat.

Nach einem Jahr der Kaplanstätigkeit in Heiligenkreuz und Grub, sandte mich unser Herr Abt dann in unsere Stiftspfarre Neukloster in Wiener Neustadt wo ich seit 1. September 1999 bis zum heutigen Tag als Kaplan im Weinberg des Herrn tätig bin. Mein Hauptaufgabengebiet ist hier, neben den zahlreichen Sakramentenspendungen und gottesdienstlichen Feiern, vor allem die Kinderpastoral: Ministranten, Jungschar, Erstkommunion, KiWoGo und die Volksschule in der ich Religion unterrichte.

Obwohl es mir anfangs etwas schwer fiel nach 10 Jahren aus der Behütetheit der klösterlichen Gemeinschaft von Heiligenkreuz und der dörflichen Struktur der Wienerwaldgemeinden in die "große" Stadt zu ziehen, bin ich heute sehr gerne hier. Hier im Neukloster sind wir eine Gemeinschaft von 5 Heiligenkreuzer Mönchen. Ein Pfarrer, 2 Kapläne und 2 Seniores die noch fleißig mithelfen. Eine richtige kleine Familie, was auch die vielen Menschen spüren, die zu uns in die Pfarre kommen.

Und....auch hier und heute ist der Kontakt zur Heimatpfarre nicht abgerissen, Nicht nur dass ich ja regelmäßig mit meiner Familie und anderen Mitgliedern der Pfarre St. Othmar im Kontakt bin, die mir auch vom Pfarrleben berichten und erzählen, ist auch mein ehemaliger Pfarrer, Wilhelm Müller, mein Mitbruder in der Seelsorge in Wiener Neustadt geworden.

Meine Mutter führt zusammen mit meiner Schwester das Geschäft auf der Waldrast Krauste Linde, und wenn es meine Zeit erlaubt und ich am Sonntag einmal einen freien Nachmittag habe, komme ich meist auch heute noch nach Hause und stelle mich für ein paar Stunden hinter den Geschirrspüler und helfe beim Besteckwischen und einwickeln. Meiner Familie ist damit geholfen, für mich ist es eine Abwechslung zu meiner sonst geistlichen Arbeit, ich unterhalte mich dabei mit meiner Familie, wir tauschen Neuigkeiten aus und ich erfahre dadurch auch immer hautnah, wie es im Arbeitsleben draußen so zugeht. Was ja auch einem Priester nicht schadet.

Und immer wieder, wenn ich nach Hause zu meinen Eltern komme oder auch nur mit dem Zug Richtung Wien durch Mödling fahre, erinnert mich die markante Form der Othmarkirche, die weithin sichtbar ist, an viele schöne Stunden die ich dort erleben durfte und die mein Leben prägten.

Priesterweihe P. Michael Weiss Segnung des Kreuzes bei der Breiten Föhre
Segnung des Kreuzes bei der
Breiten Föhre am 14. September 2004

P. Michael Weiss OCist (2007)


P. Michael Weiss ist seit einigen Jahren Pfarrer in Mönchhof im Burgenland. Am Sonntag, dem 13. November 2016 feierte er mit uns in St. Othmar Erntedank und das Othmarhochamt.

Othmarhochamt 2016
Erntedank und Othmarhochamt 2016 (Foto: W. Wichrowski)

aktualisiert am 14-Nov-2016
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