Ökumenisches Forum 21.1.2020

Zur Gebetswoche für die Einheit der Christen war in der Pfarre St. Othmar ein Ökumenisches Forum mit dem Motto "Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich" (Apg 28,2), das am Dienstag, den 21. Jänner, um 19 Uhr mit einem Ökumenischen Gottesdienst In der Spitalkirche in Mödling begann. Anschließend lud Pfarrer Richard Posch in den großen Saal vom Pfarrheim ein, wo sich Vertreter verschiedener Christlicher Konfessionen vorgestellt und über Ihre Arbeit berichtet haben. Hier eine kurze Vorstellung der "Brüder in Christus" im großen Raum Mödling:

Altkatholische Kirche

Die Altkatholische Kirche mit Ihrer Diaspora Gemeinde Baden hat dort an die 500 Mitglieder, wird von Vikar Markus P. Stany geleitet und ist im Ökumenischen Arbeitskreis Vösendorf integriert. Die Altkatholische Kirche hat wie die Römisch Katholische Kirche 7 Sakramente. Alle Gemeindemitglieder sind zur Mitgestaltung in Gemeinde und Kirche eingeladen. Dem Priester steht das Sakrament der Ehe offen. Es wird auch ein Kirchenbeitrag eingehoben, der zum größten Teil die Kirche finanziert. Die Kirche entstand, als sich 1870 viele Katholikinnen und Katholiken mit den Dogmen von der päpstlichen Unfehlbarkeit und dem päpstlichen Primat nicht einverstanden erklärten und darauf eigene Gemeinden bilden mussten. Sie wurde in Österreich-Ungarn als eigene Kirche 1877 staatlich anerkannt und hat derzeit in Österreich ca. 10.000 Mitglieder.

Evangelikale Freikirche

Die Evangelikale Freikirche in Mödling, Fabriksgasse 19, ist eine Körperschaft öffentlichen Rechts und hat ein Leitungsteam von 5 Personen. Gemeindeleiter ist Martin Probst. Fünf Kernwerte sind signifikant für die Kirche. 1. Die Bibel wörtlich verstehen, 2. Glaubenstaufe, 3. Allgemeines Priestertum, 4. Keine strenge Liturgie, 5. Finanzierung durch freiwillige Beiträge. Freikirchen sind aus der Bewegung der Reformation hervorgegangen und haben sich seither als Kirchenmodell weltweit ausgebreitet. Sie gehören zum protestantischen Teil der Christenheit. Ihre Mitglieder lassen sich aufgrund persönlicher und freiwilliger Entscheidung taufen. Freikirchen sehen Kirche als eigenständige Größe in der Gesellschaft und sind daher für die Trennung zwischen Kirche und Staat. In dieser Freikirche gibt es verschiedene Gruppen und gemeinschaftliche Wochenenden. Zwischen 40 bis 100 Besucher feiern am Sonntag in den zwei Gottesdiensten mit Predigt, Gebet und Lobpreis. Ein Angebot entsprechend dem Evangelium in einer säkularen Welt.

Römische Katholische Kirche

Die Römisch Katholische Kirche ist auf allen Kontinenten vertreten. Derzeit wieder zu Gast der langjährige Kaplan in der Pfarre St. Othmar, Richard Kimbwi aus der Diözese Tanga in Tansania. In seiner Diözese sind nur 34 Pfarren (2 neue werden bald entstehen) und nur 61 Diözesan-Priester. Die Einwohnerzahl der Region Tanga (= Diözese Tanga) beträgt 1.771.260 (etwas weniger als Wien). Davon sind aber nur 10,8% Katholiken, 75% Muslime, der Rest andere, auch Christliche Konfessionen. Da ist ein Radiosender mit dem Namen Huruma eine Quelle der Liebe und Verbreitung der Frohbotschaft vom Evangelium aber auch ein Friedensprojekt, dass Menschen aller Konfessionen vereint und zu einer Koexistenz zwischen Muslimen und anderen Gläubigen beiträgt. Das Gebiet der Diözese ist etwa so groß wie Wien, Niederösterreich und das Burgenland zusammen. Der verantwortliche Direktor für das Radio ist Richard Kimbwi, ein Mann mit gewaltiger Singstimme, wie Gemeindemitglieder von St. Othmar immer wieder faszinierend gehört haben.

Serbisch Orthodoxe Kirche

Vor den 1970er Jahren spielten orthodoxe Serben nur in Wien eine Rolle. Mittlerweise gibt es in Österreich 16 serbisch-orthodoxe Kirchen. Seit 4.11.2018 wird auch in St. Nikolaus in Traiskirchen die Göttliche Liturgie nach Orthodoxen Ritus gefeiert. Gemeindevorsteher ist Sladjan Vasic aus Bosnien - Herzegowina. Der Priester ist seit 2008 verheiratet, hat 2 Kinder, im Ökumenischen Patriarchalrat und 3 Jahre als Religionslehrer an der HTL Mödling tätig. In seiner Heimatgemeinde in Bosnien stehen fast nebeneinander die Gotteshäuser der Orthodoxen und Katholiken, aber auch die Moschee und die Synagoge. Freilich das Gebäude der St. Nikolaus Kirche gehört der Gemeinde Traiskirchen, die Gläubigen sehen sich aber auch als Panorthodoxe Gemeinde, wo das Vater unser auch manchmal auf Türkisch gebetet wird. Beim Gottesdienst sind zwischen 50 und 200 Besucher, ein besonderes Anliegen ist den Orthodoxen Christen auch das Gebet für die verfolgten Christen.

Bericht: Wilhelm Weiss
Foto: Franz Starnberger


Ökumenisches Forum 21.1.2020
Von Links: Vikar Markus P. Stany, Heidi Wimmer, Pfr. Sladjan Vasic, Martin Probst,
Pfr. Anne Tikkanen-Lippl, Pfr. Richard Posch, Dir. Richard Kimbwi, Pfr. Markus Lintner

Ökumenisches Forum 21.1.2020


aktualisiert am 29-Jan-2020
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