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Stichwort "Ökumene"
Das Wort "Ökumene" kommt aus dem Griechischen
und bedeutet soviel wie "die ganze Erde" oder "die ganze
bewohnte Erde". Im römischen Reich wandelte sich die Bedeutung des
Wortes, es hieß dann "zur Kirche gehörend".
Das Wort bekam generelle Gültigkeit und verlor damit
geographische und politische Bedeutung, denn es bezeichnete den sachlichen
Inhalt für alle Christen zuständig, wichtig und verpflichtend zu sein.
Im 18. Jahrhundert kam es zu einer Bedeutungsänderung des Begriffes
im evangelischen Bereich: er wurde Ausdruck des Bestrebens, eine Einheit
aller Christen über die Landesgrenzen hinaus zu erreichen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verstand man unter "ökumenisch"
den Ausdruck der missionarischen Haltung der Kirchen. Nathan Söderblom,
lutherischer Erzbischof von Uppsala, bereicherte das Wort "Ökumene"
mit neuem Inhalt, dessen Bedeutung sich durchsetzte. Nach Söderblom
bedeutet "ökumenisch" "Ausdruck der Wirklichkeit der
einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche".
Bis heute sind zwei Grundinhalte im Wort "Ökumene" enthalten:
zum einen "weltweit, universal, missionarisch" und zum anderen
"die Einheit der Kirchen betreffend". In der katholischen
Kirche wird der ökumenische Schwerpunkt auf die Einheit der Kirchen
gesetzt. Unter Einheit wird dabei die Überwindung bestehender Konfessionsgrenzen
verstanden.
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Ökumenischer Rat der
Kirchen in Österreich
Im Ökumenische Rat der Kirchen kommen die christlichen
Kirchen zusammen, um Themen zu beraten, die alle gemeinsam betreffen:
- Antworten auf die Fragen der Welt von heute - das Bild der Kirchen in
unserer Gesellschaft - die jüdischen Wurzeln des christlichen Glaubens
- Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften - Überregionale ökumenische
Veranstaltungen
Trotz aller konfessioneller Unterschiede und Kontroversen
sind die christlichen Kirchen durch eine gemeinsame und tragfähige Basis
verbunden. Diese kommt durch den Ökumenische Rat deutlich zum Ausdruck.
Folgende Kirchen sind Teil des Ökumenischen Rates: die altkatholische
Kirche, die anglikanische Kirche, die armenisch-apostolische Kirche,
die bulgarisch-orthodoxe Kirche, die evangelische Kirche A.B. und H.B,
die griechisch-orthodoxe Kirche, die koptisch-orthodoxe Kirche, die
Methodistenkirche, die römisch-katholische Kirche, die rumänisch-orthodoxe
Kirche, die russisch-orthodoxe Kirche, die serbisch-orthodoxe Kirche
und die syrisch-orthodoxe Kirche.
Als Beobachter sind vertreten: Baptistengemeinde, Diakonisches Werk
für Österreich, Heilsarmee, Ökumenischer Jugendrat, Österreichische
Bibelgesellschaft, Evangelischer Missionsrat, Österreichisches Nationalkomitee
für den Weltgebetstag der Frauen, Ökumenisches Forum Christlicher Frauen
in Europa, "Pro Oriente", Servitas, Vienna Community Church.
Derzeit ist Oberin Christine Gleixner von der römisch-katholischen Kirche
Vorsitzende des Ökumenischen Rates. Als stellvertretende Vorsitzende
fungieren Bischof Herwig Sturm von der evangelischen Kirche A.B. sowie
Chorepiscopus Emanuel Aydin von der syrisch-orthodoxen Kirche.
Kontakt: Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ)
Severin Schreiber Gasse 3 A-1180 Wien Tel: +43 - 1 - 479 15 23-300 FAX:
+ 43 - 1 - 479 15 23-330
E-Mail: oerkoe@kirchen.at, Hompage: www.kirchen.at
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Das sind die 14 Kirchen des Ökumenischen
Rates der Kirchen in Österreich:
Altkatholische
Kirche
Anglikanische
Kirche
Armenisch-apostolische
Kirche
Bulgarisch-Orthodoxe
Kirche
Evangelische
Kirche A.B.
Evangelische
Kirche H.B.
Griechisch-Orthodoxe
Kirche
Koptisch-Orthodoxe
Kirche
Methodistenkirche
Römisch-Katholische
Kirche
Rumänisch-Orthodoxe
Kirche
Russisch-Orthodoxe
Kirche
Serbisch-Orthodoxe
Kirche
Syrisch-Orthodoxe
Kirche
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Als Beobachter sind vertreten:
Baptistengemeinde, Diakonisches Werk für Österreich,
Heilsarmee, Ökumenischer Jugendrat, Österreichische
Bibelgesellschaft, Evangelischer Missionsrat, Weltgebetstag der
Frauen (Österreichisches Nationalkomitee), Ökumenisches
Forum Christlicher Frauen in Europa, Stiftung "Pro
Oriente", Servitas, Vienna Community Church
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Links zu den internationalen Partnern des Ökumenischer
Rat der Kirchen in Österreich
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Christentum: Trennungen
und Annäherungsversuche
Die
Ursprünge von Kirchenspaltungen und heutige Stolpersteine im Verhältnis
der christlichen Konfessionen.
"Gebetswoche für die Einheit der Christen"
- eine Einheit, von der man gegenwärtig noch weit entfernt ist. Etwa
2 Milliarden Menschen bekennen sich weltweit zum Christentum, der mit
Abstand größten Weltreligion. Neben den 1,1 Milliarden Katholiken gehören
knapp 350 Millionen Gläubige zur evangelischen Kirche und etwa 215 Millionen
zur Orthodoxie. Daneben gibt es noch hunderte kleinere und größere christliche
Gemeinschaften, die nicht eindeutig einer der drei Hauptrichtungen zuzuordnen
sind.
Das Drama von Chalcedon
Immer wieder kam es im Laufe der Kirchengeschichte zu Abspaltungen einzelner
Gruppen von der Großkirche. So war es bereits in den ersten Jahrhunderten.
Um strittige Glaubensfragen zu beseitigen, versuchten die Bischöfe,
auf Konzilen die Lehre der Kirche fest zu schreiben und so für die Gläubigen
eine verbindliche Richtschnur vorzulegen. Dabei kam es nach dem Konzil
von Chalcedon (im Jahr 451) zur ersten großen Trennung. Die Bischöfe
versuchten zu klären, wie man sich in Jesus Christus das Menschliche
und das Göttliche verbunden und doch gleichzeitig getrennt vorstellen
könne. Ergebnis der Beratungen war eine Formel, in der viele Kirchen
des Ostens die Gottheit Jesu nicht gebührend berücksichtigt sahen. So
kam es zur Trennung eines kleineren vom größeren Teil der Kirche. Zurückzuführen
war dies einerseits auf sprachlich-begriffliche Probleme und Missverständnisse,
andererseits aber auch auf politische Unstimmigkeiten, die mit Theologie
und Glaube nichts zu tun hatten. Die Kirchen, die die Entscheidung von
Chalcedon nicht mittrugen, werden gemeinhin auch als "orientalisch-orthodoxe
Kirchen" bezeichnet. Dazu zählen beispielsweise die assyrische
Kirche, die syrisch-orthodoxe Kirche und die äthiopisch-orthodoxe Kirche.
Ost und West verstehen sich nicht
Anfang des 2. Jahrtausends kam es zur nächsten großen Kirchenspaltung.
1054 verhängten der päpstliche Gesandte Kardinal Humbert von Silvacandida
und Patriarch Michael Kerullarios von Konstantinopel gegenseitig den
Kirchenbann. Diesem punktuellen Ereignis war bereits seit Jahrhunderten
ein immer größer werdendes Unverständnis zwischen den lateinisch-westlichen
(mit dem Zentrum in Rom) und den griechisch-östlichen Christen (mit
dem Zentrum in Konstantiopel, dem heutigen Istanbul) vorausgegangen.
Und diese Unterschiede wurden in der Folge noch vertieft. Erst 1965
wurde der Bann von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras wieder aufgehoben.
Während in den Glaubensgrundsätzen die Unterschiede zwischen orthodoxer
und katholischer Kirche sehr gering sind, gibt es erheblich Differenzen
in der kirchlichen Praxis.
Luther: Vom katholischen Mönch zum Reformator
Mit seinen 95 Ablassthesen, die der Augustiner-Mönch Martin Luther 1517
an die Kirche von Wittenberg nagelte und an Bischöfe und den päpstlichen
Ablasskommissär schickte, leitete er die nächste folgenschwere Kirchentrennung
ein. Luther kritisierte die Lehre vom Ablass, nach der man sich von
zeitlichen Sündenstrafen loskaufen konnte, was sich in der Praxis zu
einem skandalösen Geldgeschäft entwickelt hatte. Luthers Thesen wurden
rasch in ganz Deutschland verbreitet und erzielten eine enorme Wirkung.
Es kam jene Bewegung ins Rollen, die als Reformation bezeichnet wird
und sehr bald zur Trennung von der katholischen Kirche führte, was Luther
selbst so nie geplant hatte. Ihm ging es darum, Missstände in der Kirche
aufzuzeigen und zu beseitigen, er wurde jedoch 1520 vom Papst gebannt.
Damit konnte die katholische Kirche aber in keiner Weise die Trennung
aufhalten, die bald darauf große Teile Europas ergriff.
Gemeinsamer Glaube an den einen Gott und Jesus Christus
Katholische, evangelische und orthodoxe Christen stimmen in ihrem Glauben
an den einen Gott und an Jesus Christus als den Mensch gewordenen Sohn
Gottes und Erlöser der Menschen von Sünde und Tod überein. Ebenso glauben
alle an die Dreifaltigkeit Gottes und anerkennen das sogenannte "große"
oder "nizäno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis".
Dieses Bekenntnis, das auf den Konzilen von Nizäa (325) und Konstantinopel
(381) beschlossen worden war, fasst auf prägnante Weise die wichtigsten
Glaubenssätze des Christentums zusammen. Neben diesen großen Gemeinsamkeiten
bestehen aber auch zahlreiche Unterschiede. So gibt es Glaubenswahrheiten,
in denen sich orthodoxe und katholische Christen von den Protestanten
unterscheiden; es gibt aber auch solche, die Katholiken und Protestanten
verbinden und von den Orthodoxen abgelehnt werden, und natürlich findet
man auch die dritte Variante: Punkte, in denen sich orthodoxe und protestantische
Kirche von der katholischen unterscheiden.
Verwirrende Trennung
Orthodoxer und katholischer Kirche gemeinsam sind zum Beispiel die sieben
Sakramente, die Gläubigen beten für die Verstorbenen und verehren die
Heiligen und sie akzeptieren sowohl die Bibel als auch die Schriften
der Kirchenväter als Glaubensgrundlage. Die evangelische Kirche anerkennt
hingegen nur die beiden Sakramente Taufe und Abendmahl und betrachtet
allein die Heilige Schrift als Glaubensgrundlage. Mit den Katholiken
gemeinsam benützen die Protestanten hingegen das sogenannte "apostolische"
oder auch "kleine" Glaubensbekenntnis, welches von den Orthodoxen
nicht akzeptiert wird. Andererseits sind sich Orthodoxie und Protestantismus
in der Ablehnung der Vorrangstellung des Papstes einig.
Einheit, nicht Einförmigkeit
Noch ist es ein weiter Weg bis zur Einheit der Christen, wobei "Einheit"
nicht mit "Einförmigkeit" zu verwechseln ist. Kardinal Walter
Kasper, Präsident des "Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit
der Christen" im Vatikan formulierte es einmal so: "Zwar können
in Glaubensfragen keine gegensätzlichen Positionen nebeneinander oder
gegeneinander stehen. Aber es kann verschiedene Ausdrucksweisen des
einen und selben Glaubens, verschiedene Riten und Gewohnheiten geben.
Solche Vielfalt ist kein Mangel, sondern im Gegenteil Reichtum und Fülle."
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